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Florian Schreckenbach
Jul 14, 2017

Enterprise 2.0 / Digitalisierung Studie 2017 der Hochschule RheinMain

Von 2010 bis 2015 gab es einem kontinuierlichen Anstieg des Enterprise 2.0-Reifegrades, das bedeutet Unternehmen haben sich in diesem Zeitraum zunehmend aktiv mit der Digitalisierung und dem Einsatz von Social Media in ihrer Organisation befasst. In den vergangenen zwei Jahren ist nun eine weitgehende Stagnation auf dem erreichten Niveau zu erkennen. „Der Hype ist damit zwar scheinbar vorbei, aber unternehmensinterne Social Media-Plattformen haben sich als ein zentrales Element für eine adäquate Führungs- und Zusammenarbeitskultur im digitalen Zeitalter etabliert“, sagt Prof. Dr. Thorsten Petry vom Fachbereich Wiesbaden Business School.

 

Kernbefunde der aktuellen Studie

Zu den Kernbefunden der aktuellen Studie zählt, dass die Digitalisierung eine hohe und weiter zunehmende Relevanz in den untersuchten Unternehmen hat. Je größer die Auswirkungen der Digitalisierung eingeschätzt werden, desto stärker beschäftigen sich die Organisationen mit Enterprise 2.0-Ansätzen. Insgesamt beschäftigen sich 76 Prozent der Studienteilnehmer mit dem Thema. Vergleicht man dies mit den früheren Studien, zeigt sich – nach der von 2010 bis 2015 zu beobachtenden, stetigen Bedeutungszunahme – eine Stagnation.

Auch die abnehmende Studienteilnehmerzahl und der Rückgang an Studienteilnehmern, die Enterprise 2.0 klar definieren können, deuten darauf hin, dass zumindest der Enterprise 2.0-Begriff seinen Zenit überschritten hat. „Es scheint sich derzeit eher die Bezeichnung ‚Social Collaboration‘ durchzusetzen“, stellt Prof. Dr. Petry fest.

Passend zu den in den früheren Studien geäußerten Wünschen, liegt das Thema Enterprise 2.0 heute im Vergleich zu früher zunehmend in der Verantwortung der Geschäftsführung. Allerdings hat nur ein gutes Viertel der Enterprise 2.0-aktiven Unternehmen eine Enterprise 2.0-Strategie.

 

Interne Kommunikation und Zusammenarbeit als Hebel

„Außerdem zeigt sich, dass Enterprise 2.0-Initiativen – über den Hebel einer verbesserten internen Kommunikation und Zusammenarbeit – zu einer ganzen Reihe verschiedener Ziele beitragen. Dementsprechend nutzen die Enterprise 2.0-aktiven Unternehmen eine Vielzahl an unterschiedlichen Social Media-Tools bzw. -Features“, sagt Prof. Dr. Petry und ergänzt: „In den Konsequenzen von Enterprise 2.0 spiegeln sich die Charakteristika des VOPA+-Modells wider, das die Anforderungen an gute Führung in Zeiten der Digitalisierung formuliert. Das heißt Enterprise 2.0 soll den Unternehmen helfen, vernetzter, offener, partizipativer und agiler zu werden. Es klafft allerdings eine mehr oder weniger große Lücke zwischen Erwartung und Umsetzung. Deshalb kann es nicht verwundern, dass zwar 70 Prozent der Unternehmen ihre Enterprise 2.0-Maßnahmen als erfolgreich beurteilen – allerdings nur zehn Prozent davon als sehr erfolgreich.“

 

Die Enterprise 2.0-Studienreihe

Zum vierten Mal seit 2010 wurde an der Hochschule RheinMain der Status-quo des Einsatzes von Social Media für die unternehmensinterne Kommunikation und Zusammenarbeit untersucht. In der Enterprise 2.0-Studienreihe liegen nun in Summe 903 vollständig auswertbare Datensätze deutscher Unternehmen vor, die einen Zeitreihenvergleich ermöglichen. An der aktuellen Befragung haben 145 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen verschiedener Industrien und Größenklassen teilgenommen.

Die Kernergebnisse der Studie können hier heruntergeladen werden.

Florian Schreckenbach
Apr 11, 2012

In eigener Sache: Das neue Buch „Enterprise 2.0 – die digitale Revolution der Unternehmenskultur“ ist erschienen

Enterprise 2.0 steht für einen tiefgreifenden Wandel der Unternehmenskultur: Weg von hierarchisch geprägten Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit, hin zu mehr Vernetzung, Austausch, Offenheit und Transparenz. Wie dieser Wandel gelingen kann, zeigt das vorliegende Sammelwerk von den Herausgebern Prof. Petry und Prof. Jäger auf. In diesem Buch habe ich zwei Beiträge (mit-)geschrieben.

Der ersten Beitrag mit dem Titel „Empirische Ergebnisse zum Status Quo von Enterprise 2.0 in Unternehmen“ stammt von Prof. Petry und mir. Er zeigt die Ergebnisse unserer umfangreichen Enterprise 2.0 Studie und der unveröffentlichten Enterprise 2.0 Fallstudienanalyse auf und verknüpft diese. In der Studie wurden der aktuelle Entwicklungsstand, die damit verfolgte Zielsetzung sowie die erwarteten Konsequenzen und die kritischen Erfolgsfaktoren abgefragt. In der Fallstudienanalyse wurde zum einen analysiert, welche konkreten inhaltlichen Maßnahmen und Veränderungen durchgeführt wurden und werden sowie zum anderen, wie der Prozess der Transformation verlief/verläuft.

Den zweiten Beitrag mit dem Titel „Konsequenzen von Enterprise 2.0 für die Arbeitswelt der Zukunft“ habe ich alleine geschrieben. Bei Enterprise 2.0 gibt es keine Erfolgsrezepte. Denn häufig lässt sich erst nach der praktischen Anwendung sagen, ob und wie Konzepte im jeweiligen Unternehmen funktionieren und welche Vorteile sie haben. In diesem Beitrag werden daher theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen zusammengefasst. Das Ziel ist, zum Denken anzuregen, Ideen zu geben und zu einer Offenheit gegenüber Enterprise 2.0 und somit gegenüber Veränderungen zu motivieren. Denn vielleicht liegt darin eine Möglichkeit zur Verbesserung.
Der Beitrag war zudem der Startschuss meiner Serie „weniger arbeiten, mehr erreichen“, die auf meinem Blog „way way to happiness“ zu finden ist.

Weitergehende Informationen zu dem Buch finden Sie hier. Das Buch können Sie über den Verlag oder über uns bestellen. Sie erreichen uns unter welcome@embrander.de oder telefonisch unter 0221 – 99 87 56 19.

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