hknabenreich
Apr 26, 2011

Jobsuche via Facebook – Mit Facebook zum Banker?

In unserem Beitrag zum Auftakt hatten wir auf die Facebook Karriere-Pages hingewiesen und angekündigt, Unternehmen bzw. Branchen vorzustellen, die (mehr oder weniger) aktiv in der Ansprache des Nachwuchses von morgen sind. Warum wir das machen? Nun, wir wollen einmal mehr darauf hinweisen, wie man das Medium Facebook auch mit einbeziehen kann, wenn man sich über potenzielle Arbeitgeber oder Jobs informieren möchte. In erster Linie sind hier natürlich die Unternehmen gefordert. Aber leider ist es alles andere als ein Einzelfall, dass ein Unternehmen eine Karriere-Page auf Facebook betreibt, seine potenziellen Kandidaten aber im Unklaren darüber lässt. Weder auf der Karriere-Website noch in Printmedien werden potenzielle Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass es eine Arbeitgeber-Präsenz auf Facebook gibt. So weisen bspw. nur drei von 15 Unternehmen, die auf Facebook mit einer Karriere-Page vertreten sind, in einschlägigen Zielgruppenmagazinen (UNICUM, Abimagazin u. a.) auf ihre Page hin. Zufall? Nachlässigkeit? Unwissenheit?

Wie auch immer, wir wollen Licht ins Dunkel bringen und Azubis und andere Bewerber auf die Möglichkeit hinweisen, soziale Netzwerke wie Facebook auch für die Jobsuche zu nutzen. Am einfachsten geht das natürlich über Facebook selbst. Einfach den Begriff „Karriere“, „Ausbildung“ oder den Unternehmensnamen ins Suchfenster bei Facebook eingeben und man erhält eine Auflistung passender Unternehmen und Themenseiten. Eine dieser Themenseite mit dem Fokus Karriere ist „Karriere-Fanpages auf Facebook„. Dort erhält der Nutzer eine Übersicht über alle Karriere-Seiten im deutschen Facebook-Raum und seit kurzem gesondert ausgewiesen, eine Übersicht über Ausbildungsfanpages.

Nun einen Schritt weiter: Wir werfen einen Blick auf den Berufswunsch „Banker“.

Traumberuf Banker?

„Ich werde Banker!“ lautet das Motto der Page von Auszubildenden der Volksbank Lübeck und anderer Volks- und Raiffeisenbanken, die über ihren Berufsalltag berichten. Die Autoren gehen auf sympathische Weise mit dem einen oder anderen Bankerklischee um, räumen mal damit auf und erfüllen es hin und wieder auch. Die Seite gehört zu den jüngeren und entwickelt sich mit aktuell 294 Fans recht gut.

Auf der Azubipage

Auf der Azubipage

Bleiben wir bei den Volksbanken. Auch die Volksbank Triberg versucht über ihre Facebook-Page potenzielle Kandidaten zu erreichen. Mit aktuell 56 Nutzern, die sich entschieden haben, den „Gefällt mir“-Button zu klicken, hält sich der Erfolg dieses Vorhabens bislang in Grenzen.
Als “ Jobportal der Volksbank Triberg“ fehlt der Seite etwas ganz Wesentliches, nämlich die Jobs selbst. Auch wirbt die Voba mit der Auszeichnung Top Arbeitgeber 2010 – warum das so ist, bleibt aber im Dunkeln. ein Blick auf die Website zeigt schnell, warum der Versuch zukünftige Mitarbeiter über Facebook anzusprechen, bisweilen auch ein Versucht bleibt: Während die „normale“ Facebook-Page, die mit mehr als 2000 Fans gut anzukommen scheint und prominent verlinkt ist, bleibt ein Hinweis auf die Abteilung „Karriere“ auf Facebook aus.

Ebenso Luft nach oben bietet der dritte regionale Vertreter unter den Pages für künftige Auszubildende, die Sparkasse Verst-Recklinghausen. Gerade einmal 18 Fans zählt diese Seite. Kardinalfehler auch hier, einen Hinweis auf die Page auf der Webseite der Sparkasse sucht man vergeblich. Schade eigentlich, ist die Seite selbst doch ein Hingucker und bietet mehr zielgruppenspezifische Informationen, als die Internetseite der Bank. Allen dreien wünschen wir eine gute Entwicklung – der Trend ist erkannt.

Sparkasse Recklinghausen Vest - ansprechend gestalteter Reiter mit mehr Infos als auf der Website selbst

Sparkasse Recklinghausen Vest - ansprechend gestalteter Reiter mit mehr Infos als auf der Website selbst

Kommen wir zu den „Großen“ der Branche. Diese haben die Notwendigkeit von Employer Branding längst erkannt. Dementsprechend fokussiert gehen sie ihre Karriere-Präsenzen in verschiedenen Social Media-Kanälen an. Eine detaillierte Analyse aller Branchenprimi soll an dieser Stelle nicht erfolgen, stattdessen wollen wir stellvertretend die Vertreter Commerzbank, Postbank und HypoVereinsbank unter die Lupe nehmen.

Die letztgenannte Bank bietet ebenfalls eine Fanpage für den Berufsnachwuchs an, deswegen gilt unsere Betrachtung zunächst einmal dieser Page, die schon seit Februar 2010 bei Facebook online ist und derzeit 736 Fans verzeichnet. Motto der Seite: „Die HypoVereinsbank ist das deutsche Gesicht der UniCredit Bank, die junge Menschen sucht, die als Azubis oder Dual Studierende die Chancen in einem höchst dynamischen Umfeld nutzen wollen.“ Etwas holprig und wohl auch nicht die richtige Ansprache für potenzielle Azubis. Ungeachtet dessen tauschen sich dort aktuelle Azubis untereinander aus und potenzielle Kandidaten bekommen einen ersten Einblick, wie die Ausbildung bei der HVB aussieht. Auch bei der Postbank-Page handelt es sich um eine (noch junge) Azubipage mit derzeit 202 Fans. Auch wenn solche Textwüsten Interessenten nicht wirklich attraktiv mitnehmen, ist es doch auch hier der Versuch, der zählt, über Facebook die junge Zielgruppe zu erreichen. Apropos „erreichen“: Selbst die Online-HR-Abteilung der Postbank versäumt es, ihre Facebook-Präsenz in die Karriere-Webseite einzubinden. Die Suche an dieser Stelle verläuft vergeblich

Letzter Kandidat im Reigen der Karriere-Fanpages deutscher Banken, die wir vorstellen wollen, ist die Commerzbank, die wohl den „professionellsten“ Auftritt vorweist (Ein professionelles Äußeres bleibt in Social Media nur ein B-Faktor, vielmehr zählen Authentizität und Dialog!) und sich mit dem Seitennamen „Commerzbank Career“ international gibt. Die Seite der Commerzbank richtet sich schwerpunktmäßig an potenzielle Trainees, dies vermittelt zumindest der Tab „Jobs“. Im Übrigen würde man hier wohl eher das erwarten, was auch drauf steht – Stellenangebote.
Darüber hinaus finden Bewerber aktuelle Informationen auf der Pinnwand und kann dort auch mit dem Commerzbank-Facebook-Team diskutieren.Dialog auf Augenhöhe ist leider auf Facebook-Pages keine Selbstverständlichkeit (wie die eben erwähnte Page der Sparkasse zeigt, denn dort können sich Fans nicht mit eigenen Beiträgen einbringen), ist aber einer der großen Vorteile gegenüber dialogschwachen Medien, wie der Karriere-Webseite.

Wall der Commerzbank Karriere-Page

Wall der Commerzbank Karriere-Page

Fazit

Auch wenn ein Post à la „Der Frühling ist da – und alles ist gelb: Osterglocken, Primeln und Forsythien blühen jetzt an jeder Ecke. Was sind deine gelben Lieblingsblumen?“ keinen echten Mehrwert für den Ausbildungsplatz- oder Jobsuchende darstellt, so regt er doch zum digitalen Dialog an. Aktuell begleitete Karriere-Pages stellen für Bewerber eine hervorragende Möglichkeit dar, sich über neue Arbeitgeber zu informieren. Diese wiederum können so einfach wie nie zuvor in den Dialog mit einer Vielzahl von Bewerbern treten und dabei noch mehr über Interessen und Bedürfnisse ihrer immer härter umkämpften Mitarbeiter von morgen erfahren.

Über Meinungen und Erfahrungen zu Karriere-Fanpages auf Facebook, freuen wir uns in den Kommentaren.

8 Comments

  • Puhhh… da hatte ich mir mehr von Euch erwartet! Eine wirklich sehr oberflächliche Behandlung der Bank-Karrierepages. Hattet Ihr keine Zeit oder keine Lust das Thema genauer zu beleuchten?
    5 Zeilen zu den Großbanken finde ich schon sehr rar und wo ein lockerer Umgang mit dem Banker-Thema auf der Seite der Volksbank versprochen wird, werden die Liker und Besucher mit „Sie“ angesprochen. Das wiederum passt überhaupt nicht zum Seitenname „reich, berühmt, sexy“.
    Sorry Leute, aber hier würde ich das Motto ausrufen: ganz oder gar nicht.

    Viele Grüße,
    Chris

    • Hallo Chris,

      vielen Dank, dass du interessiert unseren Blog verfolgst und danke für dein Feedback.
      Auf der Seite konstruktiver Kritik nehmen wir gerne mit, dass wir mit unserem Blog-Artikel keine stichhaltige Analyse von Facebook-Karriere-Seiten deutscher Großbanken geliefert haben. Das war allerdings auch nicht unsere Absicht.
      Vor allem auf Unternehmensseite sind Antworten auf Fragen nach Erfolgsfaktoren in Social Media, nach Maßnahmenkatalogen, nach ROIs, nach Guidelines und der richtigen Ansprache hoch im Kurs und teils händeringend gesucht. Das wissen wir aus dem daily Business im Consulting.

      Mit unserer kleinen Blog-Serie haben wir die Absicht Karriere-Seiten vorzustellen, auf Unterschiede hinzuweisen und gerne auch an der einen oder anderen Stelle Tipps zu geben und auf Schwachstellen hinzuweisen. Wir haben dazu in den letzten viel positives Feedback bekommen, was den Blog-Author freut und wofür wir uns ebenso bedanken möchten, wie für deine kritische Anmerkung.

      Wir hoffen, dass nächstes Mal wieder mehr Neues für dich dabei ist.

      Beste Grüße
      Andreas.

      [30.04.2011 – Das Post Scriptum wurde vom Author gelöscht; s. dazu neuen Kommentar von heute]

  • Hallo Andreas,
    Danke für Deine Antwort.

    Vorab: Dieser und der vorige Kommentar spiegeln meine persönliche Meinung wieder und nicht die eines Unternehmens, bzw. meines Arbeitgebers.

    Grundsätzlich freut es mich, dass Ihr verschiedene Karriereseiten vorstellen und diese auch kritisch prüfen bzw. beäugen wollt. Schließlich ist nichts besser als ein ehrlich gemeintes Feedback. Toll wäre es aber wenn ihr bei Eurer Einschätzung möglichst nachvollziehbaren Kriterien für alle diese Seiten folgen würdet (Bsp.: personalmarketing2null) und nicht recht willkürlich mal hier mal dort etwas zu den Seiten sagt.

    Im Übrigen habe ich mich nicht an manch kritischen Worten gestoßen (da war durchaus viel Wahrheit dahinter) sondern an der geringen Tiefe des Artikels.

    So sehr ich auch deine Lust auf die spitze Schlussbemerkung nachvollziehen kann: Meines Wissens ist die Veröffentlichung von Nutzerdaten ohne ausdrückliche Zustimmung des Nutzers nicht zulässig. In der Kommentarfunktion wird versichert, dass lediglich der Name des Nutzers erhoben und auch veröffentlicht wird. Eine Ausnahme ist natürlich die Weiterleitung der IP-Adresse an die Polizei in strafrechtlich relevanten Fällen.

    Von daher finde ich deinen letzten Absatz etwas unglücklich formuliert. Das weckt jetzt nicht gerade Vertrauen bei mir – und solltet ihr generell so auf kritisches Feedback zu Euren Beiträgen reagieren, finde ich das höchst bedenklich.

    Viele Grüße,
    Chris

    • Hallo Chris,

      das was das Social Web so authentisch macht ist, dass jeder als das auftritt was und wer er ist – direkt und persönlich.

      Uns liegt viel an gut gemeinter, konstruktiver Kritik. Deutlich darauf hinweisen möchte ich aber gerne, dass wir natürlich weder Nutzer- noch persönliche Daten veröffentlichen, sie an Dritte weitergeben oder dies schon einmal gemacht hätten. Auch in deinem Fall nicht.
      Für uns und alle, die hier posten gilt unsere Datenschutzerklärung.

      Beste Grüße
      Andreas.

  • Nachdem wir gestern in medias res gegangen sind und die Kommentare an dieser Stelle auch intern diskutiert haben, melde ich mich noch mal zu Wort. Obwohl ich in nicht geringem Maß selbst dazu beigetragen habe, sind wir sehr unglücklich darüber, in welche Richtung diese Diskussion gelaufen ist.

    Da davon auszugehen ist, dass Chris hier einen ernst gemeinten Kommentar zu unserem Blogbeitrag geschrieben hat, der nicht mehr und nicht weniger als seine eigene Meinung wiedergibt, war die Schlussbemerkung meiner Antwort überflüssig und hätte es nicht gebraucht. Schließlich geht es uns in diesem Blog um Inhalte und natürlich auch gerne um die positive wie kritische Auseinandersetzung damit.
    Zusätzlich habe ich eine Information verwendet, die öffentlich nichts verloren hat. Meine Folgereaktion auf Chris‘ Antwort hat es nicht besser gemacht. Das war sehr unpassend und tut mir leid. Ich habe die Passage gelöscht und das in meinem Kommentar entsprechend gekennzeichnet.

    Bereits gestern Abend habe ich versucht, zu Chris persönlich Kontakt aufzunehmen. Da ich nicht weiß, ob er meine Nachricht erhält, ist es mir wichtig, die Dinge auch hier ein Stück weit gerade zu rücken.

    Wir hoffen auch in Zukunft auf viele Kommentare von euch.
    Danke.

  • gutes Beispiel dafür, wie man im Fall von Fehlern (passieren!) auch öffentlich vorgehen kann: http://tcrn.ch/mFgcpZ

  • Hallo Andreas,

    vielen Dank für Deine Email.

    Ich denke auch, dass sich diese Kommentare zum Artikel zu etwas entwickelt haben,
    dass in eine falsche Richtung ging. Mal wieder eine Lehrstunde auf den neuen Ufern von web2.0, natürlich für beide Seiten!
    Ich danke Dir/Euch für die schnelle Reaktion.

    Ich finde Eure Seite auf jeden Fall grundsätzlich sehr gut und wollte Euch nie etwas Böses. Ich freue mich auf jeden Fall schon mehr von Euch zu hören!

    Viele Grüße – nichts für Ungut – und auf zukünftig positive Begegnungen in der Web2.0-Welt.

  • […] Lob, aber auch Kritik gab es dann auf den ersten Beitrag der Serie, der sich mit den Karriere-Facebook-Seiten der deutschen Bankenlandschaft […]

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