Andreas Küffner
Apr 21, 2011

Was hat Social Media mit Gorillas zu tun? – Wir haben die Antwort

Unterstützung für Gorillas

Es gibt viele gute Gründe, warum Unternehmen dieser Tage ins Social Web gehen. Man will „menschlicher auftreten und näher bei den Kunden sein“, ist ein gern genannter Grund. Der Freundschaftsbegriff ist in sozialen Netzwerken manchmal schon überstrapaziert, aber vor allem durch Facebook der Terminus der Stunde.
Authentizität spielt fraglos eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, sich und seine Marke erfolgreich durch den Social Media Dschungel zu manövrieren. Wer es mit Social Media Aktivitäten ernst meint und es schafft, Ausschnitte des eigenen Unternehmens glaubwürdig ins Netz zu bringen, der wird langfristig die Früchte dafür ernten können.

Menschlichkeit, Authentizität und Ernsthaftigkeit waren dann auch die Zutaten für Idee zu einem sozialen Projekt, dem wir uns mit embrander erstmals zu unserer Präsentation auf der Internet World Messe 2011 in München verschrieben haben.

Der Titel: „Social muss ernst gemeint sein“.

Unser Spendenprojekt für Gorillas

Unsere Idee: Für jede Visitenkarte, die während der beiden Messetage in unserer Box landet, spenden wir 1 Euro an das Gorilla-Projekt des WWF.
Warum Gorillas? Hier war die letzte erwähnte Social Media-Zutat entscheidend: „Freundschaft“. Die Gorillas zählen zu den nächsten Verwandten der Menschen und in ihrer Heimat, im Regenwald der Zentralafrikanischen Republik, sogar zu Freunden.
Leider droht der tropische Regenwald als Lebensraum der Gorillas Säge und Axt zum Opfer zu fallen und auch die illegale Jagd auf Gorillas stellt eine echte Bedrohung dar. Der WWF hat ein Schutzprogramm für Westlichen Flachlandgorillas im Kongobecken aufgelegt und wir haben uns entschieden, dieses künftig zu unterstützen. Wer sich noch näher mit dem Thema beschäftigen will, erhält weitere Informationen direkt beim WWF.

Das Ergebnis

Nach der Rückkehr aus München wurden nun unter Aufsicht ernstzunehmender Gorilla-Freunde die gesammelten Visitenkarten gezählt: Fast hundert Messebesucher haben unsere Aktion unterstützt und ihre Visitenkarte für den guten Zweck gespendet. Mit Hilfe zweier Visitenkarten unserer Berater Florian Schreckenbach und Andreas Küffner haben wir die hundert am Ende vollgemacht. Das macht 100 Euro zur Rettung der Gorillas.

Am Ende? Noch nicht ganz!
Die Internet World wurde auf unsere Aktion aufmerksam und fand offenbar genauso viel Gefallen daran wie wir. Die Messe zögerte nicht lange und verdoppelte den Betrag kurzerhand. Das freut uns sehr und wir schicken auf diesem Weg noch mal ein großes Dankeschön im Namen aller Gorillas nach München!

Unterm Strich konnten wir als 200 Euro an den WWF überweisen. In den nächsten Tagen erhalten wir eine Urkunde für das Engagement. Diese trägt dann aber nicht den Spendernamen „embrander“, sondern „Die Messebesucher der Internet World Messe 2011.“

Wir hatten viel Spaß mit dieser Aktion und da Ernsthaftigkeit in Social Media auch etwas mit Kontinuität zu tun hat, bleiben wir an dem Thema dran. Unser nächstes Ziel ist die Patenschaft für einen „eigenen“ Gorilla. Wie wir das erreichen wollen, erfahren Sie zu gegebener Zeit auf unserem Blog.

Wir sagen „Vielen Dank!“ an alle Unterstützer.

hknabenreich
Apr 12, 2011

Karriere-Pages auf Facebook – Per Social Media an die richtigen Kandidaten?

In der letzten Zeit mischen immer mehr Unternehmen in Social Media mit und versuchen sich dort als Arbeitgeber zu positionieren. Ein Medium, an dem dabei scheinbar kein Weg vorbei geht, ist das soziale Netzwerk Facebook. Kein Social Network hat ein so enormes Wachstum und eine so enorme Reichweite und bietet darüber hinaus so viele Möglichkeiten, wie Facebook. Grund genug, sich einmal anzuschauen, welche Arbeitgeber dort aktiv sind, wie die Entwicklung in den letzten 12 Monaten war und worauf es letztendlich bei einer „guten“ Facebook-Seite ankommt.

Gefällt mir!Facebook bietet Unternehmen über die Pages die Möglichkeit,  ihre Produkte oder Dienstleistungen eindrucksvoll zu präsentieren und mit den Kunden in den Dialog zu treten. Analog dazu gibt es die so genannten Karriere-Fanpages (oder einfach nur Pages, Fan wird man ja seit geraumer Zeit nicht  mehr), synonym auch Recruiting- oder Arbeitgeber-Pages (ersteres trifft nicht ganz den Kern, denn wahres Recruiting steht nicht im Fokus solcher Pages).

Hier eine Definition:
Eine Karriere-Fanpage ist eine Fanpage, bei der ein Unternehmen über sich als potenzieller Arbeitgeber informiert, Einblicke ins Arbeitsleben (in Wort und/oder Bild/Video) gibt, sich via Administrator oder Botschafter des Unternehmens (Mitarbeiter) mit seinen Fans austauscht und über aktuelle Jobs informiert. Die Karriere-Fanpage dient damit dazu, sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen und über den Dialog mit den Fans potenzielle Kandidaten zu gewinnen. Natürlich kann sich ein Unternehmen auch über eine „normale“ Unternehmenspage positionieren. Einfluss hat auf die Arbeitgebermarke hat so eine Präsenz in jedem Fall. Nur ist eine Karriere-Page zielorientierter und vor allem dann die bessere Wahl, wenn ein Unternehmen mehrere Pages unterhält (wie z. B. BMW) und eine gewisse kritische Größe besitzt (z.B. DAX-Konzern).

Schauen wir uns nun also einmal die Entwicklung solcher Pages an. Heute vor einem Jahr gab es in Deutschland rund 7.616.200 aktive Nutzer. Zur gleichen Zeit präsentierten 23 Unternehmen ihr Unternehmen auf Facebook (die Dunkelziffer mag höher liegen, gezählt wurden hier nur Unternehmen, deren Seite klar als Karriere-Page zu erkennen war und regelmäßig gepflegt wurde). Pionier dabei war wohl die Siemens AG, die bereits im Oktober 2008 (!) an den Start ging. Zwar waren im vergangenen März rund 13.300 Nutzer Fan solcher Arbeitgeber-Pages, bezogen auf die Facebooknutzer in Deutschland waren das aber mal gerade 0,17 %. Bricht man das Ganze nun noch herunter auf die Gruppe der Schulabsolventen, Hochschulabsolventen und (Young) Professionals, also die Gruppe der 18 bis 34jährigen, so waren das nur 0,29 %. Nicht gerade viel.

Nun gut, innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Pages immerhin mehr als vervierfacht und wir zählen aktuell 102 Karriere- oder Arbeitgeberpages. Wie aber schaut es dann aus mit den Nutzerzahlen und den Fans solcher Karriere-Pages? Nun, während sich die Facebook-Nutzerzahlen in Deutschland mehr als verdoppelt haben (derzeit rund 16.215.400) und sich die Fans fast verzehnfacht haben (130.600, ein nicht unwesentlicher Anteil geht dabei auf das Konto von BMW und Lufthansa), macht das, gemessen an der Grundgesamtheit aller deutschen Facebookuser mal gerade 0,81 % aus. Nicht mal 1 %! Gemessen an der Altersgruppe der Kernzielgruppen sind es immerhin 1,47 %. Aber viel ist das nun auch nicht gerade…

Warum also sollte man als Unternehmen in Facebook mitmischen und sich als Arbeitgeber präsentieren? Ist meine Zielgruppe überhaupt in Facebook vertreten, nimmt sie das Angebot der Arbeitgeber wahr und vor allem  – entspricht das, was dort zu sehen ist, auch den Erwartungen und Wünschen der Zielgruppe? Dazu in der Folge ein paar Studienergebnisse und Hinweise, was eine gute Facebook-Page denn nun ausmacht. Aber eins nach dem anderen.

So hat z. B. eine Studie von Wiesbaden Business School, der Personalwirtschaft und Talential herausgefunden, dass nur 9 % der Befragten eine Zunahme der Arbeitgeberattraktivität durch Social Media Aktivitäten wahrgenommen haben. Der Studie zufolge klafft auch eine große Lücke zwischen dem, was Kandidaten erwarten und Unternehmen im Social Web bereitstellen. Diese fehlende Passung ermittelt auch der Social Media Navigator von Trendence.

Erwartungen werden nicht erfüllt – Quelle: Studie von Wiesbaden Business School, Personalwirtschaft und Talential

Kienbaum stellte im Sommer letzten Jahres fest, dass nicht mal 4 % der Befragten Fan einer Karriere-Page sind. Und auch hier war festzustellen: Die Erwartungen der Kandidaten werden nicht erfüllt. Weiterer Grund für die mangelnde Akzeptanz solcher Arbeitgeberpräsenzen ist aber einfach auch die Meinung, dass Privates und Berufliches nicht vermischt gehört und Facebook ausschließlich der privaten Nutzung vorbestimmt ist. Hinzukommen noch Bedenken gegenüber der Verletzung der Privatsphäre – dies lässt sich aber vor allem auf die Unwissenheit im Umgang mit Facebook zurückführen (denn letztendlich ist es wohl jedem so ergangen, dass er den Umgang mit Facebook erst einmal lernen musste, welche Optionen Facebook bietet, erschließt sich ja nun nicht wirklich auf den ersten Blick). Ein ganz wesentlicher weiterer Punkt ist einfach die Unwissenheit, dass man Facebook durchaus als Informationsmedium nutzen kann, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Aber das haben wohl die wenigsten auf dem Schirm, wie auch eine aktuell laufende Umfrage des Umfrage-Portals Studenten-Meinung und personalmarketing2null verdeutlicht. Dies könnte auch daran liegen, dass viele Unternehmen gar nicht auf ihre Aktivitäten hinweisen. Demnach ist die Akzeptanz im Verhältnis zu vergangenem Jahr gegenüber Facebook als Arbeitgeber-Präsenz deutlich gestiegen, es schlummern aber noch enorme Reserven!

Kennst du Karriere-Pages auf Facebook - Quelle: studenten-meinung.de/personalmarketing2null

Aber warum gibt es dann doch so viele mehr oder minder verwaiste Seiten und nur einige wenige wirklich positiv herausstechende Seiten? Hierzu verdeutlichen wir einmal kurz, welches die wesentlichen „Erfolgsfaktoren“ einer Karriere-Page sind.

Auffindbarkeit, Klarname:
Auffindbarkeit über Google, Facebook, Karriere-Website
Klarname: Unternehmensname + Keyword, Vanity-URL = Seitenname

Vorstellung des Teams
Es geht um Menschen. Und als „Fan“ möchte man wissen, mit wem man es zu tun hat und sich anvertraut.

Erkennbare Zielgruppenadressierung:
Wer soll angesprochen werden? Infos in Tab, Profilbild, Willkommenstab

Relevante Inhalte, passende Tonalität:
Nicht zu steif; aktivierender Text, nicht nur Links oder Bild, sondern anteasern/kommentieren. Mögliche Inhalte sind z. B. aktuelle Praktikumsstellen, Recruiting-Events, Vorstellen von Mitarbeitern, Stellenprofile (was macht eigentlich…); letztendlich gibt es aber kein Patentrezept und das Ganze ist abhängig von Branche, Unternehmen, Zielgruppe etc.

Nicht zu viel, nicht zu wenig posten:
Social Media Scientist Dan Zarrella empfiehlt max. 1 bis 2 x am Tag. Zu viel = Spam, zu wenig = Eindruck von mangelnder Pflege

Dialog mit der Zielgruppe:
Beiträge zulassen, Seite pflegen, auf Kommentare zeitnah eingehen.

Authentische Texte, Bilder, Videos, die den Arbeitgeber erlebbar machen:
Authentisch = echt!; sie wollen sich ja nicht bei allen anbiedern, sondern nur die erreichen, die wirklich zu Ihnen passen 😉

Einbindung von Jobs:
steht immer an erster Stelle bei Umfragen (siehe auch oben), lässt sich auf vielfältigste Weise realisieren – Pinnwand, Notizen, Jobstriker, Jobs For Friends, Work 4 us, Jobware

So weit, so gut. Schaut man sich diese „Checkliste“ an und vergleicht dann die bestehenden Pages, dem wird schnell klar werden, wie es zu entsprechenden Differenzen kommt. Und die Punkte entsprechend zu berücksichtigen, ist wichtig. Denn wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, steigern gut gemachte Karriere-Pages die Arbeitgeberattraktivität.

Das bedeutet aber auch, dass schlecht gemachte und lieblos gepflegte Karriere-Pages genau das Gegenteil erreichen: nämlich negative Auswirkungen auf das Arbeitgeberimage.

Wer nun wissen will, welche Arbeitgeber eine Karriere-Page auf Facebook unterhalten, findet hier eine Übersicht auf Facebook.

Und in Kürze auch hier. Denn hier werden wir nach und nach Karriere-Pages vorstellen, Infos zu Unternehmen und Branchen und den gesuchten Zielgruppen geben. Interessierte Unternehmen sind herzlich dazu eingeladen, sich aktiv einzubringen!

Manuel Koelman
Okt 18, 2010
Kommentare deaktiviert für Social Media im europäischen Vergleich: Die Deutschen sind am inaktivsten

Social Media im europäischen Vergleich: Die Deutschen sind am inaktivsten

Laut einer Forrester Studie gehören die Deutschen zu den Inaktivsten Nutzern von Social Media in Europa. In der Studie wurde das Nutzungsverhalten von Social Media im internationalen Vergleich betrachtet. Die generelle Beobachtung:

Social media adoption in Europe continues to grow: 68% of online Europeans now use social technologies each month, up from 61% in 2009. Not only has the use of social networks grown significantly in the past year — from 30% in 2009 to 41% in 2010 — but a new social behavior, based around rapid conversations on Twitter and social networks, has quickly established itself as a mainstay of the social space.

Ein Wachstum der generellen Social Media Nutzung ist nicht weiter überraschend. Überraschend finde ich aber, wie sich Deutschland im europäischen Vergleich schlägt. Mit 48% (der Internet-Nutzer) gehört knapp die Hälfte der Deutschen zu der Gruppe der „Inactives“. Inactives sind Nutzer, die Social Media weder konsumieren noch kreieren („Neither create nor consume social media of any kind“- aus der Definition auf Slideshare).

Im europäischen Vergleich sind sie damit mit Abstand das Land mit den inaktivsten Nutzern. Die Franzosen – immerhin das zweitinaktivste Land – haben mit 34% eine deutlich niedrigere Quote. Dahinter folgen die Briten mit 29%.

Angesichts der Zahlen ist nicht verwunderlich, dass Deutschland in den anderen Gruppen (Spectators, Conversationalists, Creators etc.)  im Vergleich gering vertreten ist. Deutschland hat in allen Gruppen den kleinsten Anteil der untersuchten europäischen Länder.

Subjektiv betrachtet würde ich Deutschland durchaus als social-media-affines Land bezeichnen. Die Forrester-Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Ich habe keine Ahnung wie diese erhoben wurden. Es ist anzunehmen, das etliche Unschärfen enthalten sind. Da die Zahlen so deutlich sind, kann man aber sicherlich von einer signifikanten Tendenz sprechen. Ein ähnliches Verhältnis – zumindest in Bezug auf die Facebook-Nutzung – habe ich auch bei Nielsen gefunden.

Was bleibt ist die Frage: Warum sind die Deutschen so zurückhaltend bei der Nutzung von Social Media?

Über Meinungen in den Kommentaren freue ich mich.

Hinweis: Zur Erläuterung der einzelnen Nutzergruppen hier noch eine Definition.

Florian Schreckenbach
Sep 9, 2010
Kommentare deaktiviert für Social Media Governance in deutschen Unternehmen – Eine Studie gibt Antwort

Social Media Governance in deutschen Unternehmen – Eine Studie gibt Antwort

Passend zu unserem letzten Beitrag über Social Media bzw. Social Networks in Deutschland in Zahlen haben wir eine Studie zum Thema Social Media Governance gefunden. 1.007 Unternehmen ließen sich zu den unterschiedlichsten Themen in den Bereichen Social Media (Strategien, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten), Unternehmenskommunikation (Tools, Relevanz, Chancen und Risiken) und dem Zusammenhang von Kompetenzen, Strategien, Aktivitäten und Governance-Strukturen befragen.

Herausgekommen ist die “Social Media Governance 2010” Studie durchgeführt von der Universität Leipzig, Fink & Fuchs und Pressesprecher. Die deutschlandweite Onlinebefragung, welche binnen 3 Wochen im Juli 2010 stattfand, befragte vor allem Kommunikationsmanager und PR-Verantwortliche von Unternehmen, Behörden sowie Non-Profit-Organisationen. Aussen vorgelassen wurden hier Agenturen und Berater.




Eigene Grafik, Quelle

Fast die Hälfte der Befragten (44,7%) ist in einem nicht-börsenorientiertem Unternehmen tätig und weniger als ein Fünftel (17,8%) ist hingegen in einer börsenorientierten Struktur involviert. Die restlichen 27,5 % entfallen somit auf Behörden, eine politische Organisation, einen Verband oder auf eine Non-Profit-Organisation.
Einen kleinen Überblick über die Größe der jeweiligen Organisation geben folgende Mitarbeiterzahlen:


Eigene Grafik, Quelle

Die Befragung ergab 3 Gruppen: aktuell Social Media einsetzende Unternehmen (54%), Unternehmen, welche den Einsatz von Social Media planen (14%) sowie Unternehmen, welche den Einsatz aktuell nicht betreiben und auch nicht planen (32%).

Der Großteil der Kommunikationsmanager sieht den Vorteil von Social Media hauptsächlich darin, zusätzliche Informationen schnell zu verbreiten. Danach folgt für knapp die Hälfte der Befragten die Verbesserung des Services und eine bessere Kundenbindung, sowie die vereinfachte Beobachtung der öffentlichen Meinung. Nachteilig betrachtet wird von 66,2% der schlecht steuerbare Kommunikationsverlauf, als auch die “Pflicht”/Notwendigkeit des zeitnahen Reagierens von Unternehmensseite aus.

Die Zustimmung, dass Social Media eine „überbewertete Modeerscheinung“ sei ist jedoch sehr gering. Je länger eine Organisation bereits SocialMedia einsetzt,
desto stärker erkennen die Befragten den Nutzen. Die private Nutzung unter den Kommunikationsmanagern ist jedoch gering: so nutzen gerade einmal knapp ein Drittel der Befragten (knapp 31%) das Social Web täglich, 27,5% mehrmals die Woche und max. einmal pro Woche sind hier gerade noch 28,2% aktiv. Bei 13,5% erfolgt privat keinerlei Nutzung dieses Mediums/dieser Möglichkeiten/Tools.

Bei diesen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass viele der Befragten lediglich geringe oder durchschnittliche Kenntnisse aufweisen können (1: keine Kenntnisse; 5: Profi):

Quelle

Dieser Mangel an Wissen wird vor allem auch in den gravierenden Unterschieden in Bezug auf Einsatzzeiten von Social Media deutlich. Ist bei 60% der Unternehmen die eigene Internetspräsenz ein fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation, nutzen lediglich 6% der Unternehmen Social Media seit mehr als 3 Jahren. Fast ein Drittel (rund 31%) haben aktuell noch gar keine Bemühungen/Bestreben in diese Richtung. Welche Organisationen zeitlich am längsten dabei sind oder erst seit kurzem präsent zeigt folgende Übersicht sehr gut:

Quelle

Innerhalb der Organisation werden bei längerer und aktiverer Nutzung von Social Media auch ebenfalls immer mehr Bereiche eingebunden. Beschränkt es sich in erster Linie auf die PR/Unternehmenskommunikation bzw. die Werbung/Marketingkommunikation, setzen langsam aber sicher auch Abteilungen wie beispielsweise der Vertrieb, der HR-Bereich oder aber auch der Kundenservice Social Media ein. In Korrelation dazu steht auch die Anzahl der genutzen Tools. Das aktuell am beliebtesten eingesetzte Tool ist mit über 35% Youtube. Mit 31% folgen die Möglichkeiten der Microbloggingdienste. Mit jeweils rund 18% sind Blogs als auch (Unternehmens-)Wikis anzusetzen. 30% der Unternehmen setzen hauptsächlich auf Facebook, erscheinen dort eventuell die nutzbaren Möglichkeiten auf den ersten Blick vielfältiger als in anderen Netzwerken. Auch ist hier der noch in diesem Jahr geplante Einsatz von Maßnahmen auf dieser Plattform am höchsten. Nachfolgend hat sich das Karrierenetzwerk Xing etabliert und folgend schließen sich bereits firmen- bzw. intranetinterne Communities an. Allerdings wird somit oftmals in bereits etablierte Kanäle weniger Zeit und Aktivitäten investiert als in andere, geplante Bereiche:

Quelle

Die Erfahrung und Dauer des Einsatzes mit bzw. von eingesetzten Social Media Aktivitäten bringt Unternehmen oftmals zu dem Entschluß noch mehr Tools oder Social Network Anwendungen einzusetzen. Allerdings sind gerade einmal knapp 13% wirklich intensiv aktiv im Social Web. 66,2% haben eine niedrige Aktivität vorzuweisen.

Erschreckend/Negativ ist nicht nur die Tatsache, dass nur eine solch geringe Anzahl von Unternehmen wirklich aktiv ist sondern, dass weniger als die Hälfte eine wirkliche Strategie für ihre Social Media Aktivitäten besitzen. 20% der Organisationen führen Strategien für 2 Bereiche; jeweils rund 10% für einen, drei oder sogar vier Bereiche. Deutlich wird jedoch, dass sich diese Strategien, sofern sie denn vorhanden sind stark (gute 47%) auf den Kommunikationsbereich beziehen und selten (knapp 24%) auf die gesamte Organisation. Ebenfalls wird deutlich, dass die Anzahl der genutzten Tools Synonym für „parallel/gleich“ der Erfahrungsdauer von Social Media Aktivitäten ansteigt.

Besonders weit auseinander gehen die Zuständigkeiten für Social Media. Wie bereits erwähnt liegen die Hauptaktivitäten im PR- und Marketingbereich. Andere Abteilungen kommen oftmals nur bei Grundlegendem oder Spezifischem zum Zug. So ist die IT/EDV-Abteilung oftmals nur in die Beobachtung der Social Media Aktivitäten und die deren technische Betreuung involviert. Die Unternehmensführung spielt bei der Budgetierung, sowie der Plattformauswahl eine größere Rolle, wobei die Qualifikation der Mitarbeiter, die inhaltliche Betreuung der Anwendungen als auch die Evaluation eigener Anwendung oftmals im in der Hand der jeweiligen Abteilung liegt und somit dezentral verwaltet wird. Werden externe Berater mit ins Boot geholt, was leider nur in 56% der Fälle geschieht, werden am häufigsten PR-Berater oder aber auch Internet- oder PR-Agenturen zu Rate gezogen. Die Verwantwortlichkeiten innerhalb der PR-Abteilungen wird häufig (65%) auf einzelne, ausgesuchte Mitarbeiter übertragen.

Sehr zu wünschen übrig, lassen jedoch die dazugehörigen Governance Strukturen:

Lediglich 19% der Social Media nutzenden Unternehmen haben bereits Guidelines, 36% planen sie bis Ende 2010 (einzuführen). Ebenfalls besitzen aktuell nur 46% der Unternehmen die Hard- und Software zur Social Media Nutzung, welches die Frage aufwirft, was genau unter diesem Punkt verstanden wird (Anmerkung: reicht ein PC mit Internetanschluß nicht aus um sich auf Facebook, Xing, Twitter, etc präsent zu sein?). Lediglich 12% beistzen für solche Strategien ein gesondertes Budget und auch zur Erfolgsmessung bzw. -kontrolle haben nur 13% explizite Kennzahlen. 91% der Unternehmen besitzen keine eigene Social Media Abteilung und haben es auch in naher Zulunft nicht vor. In der folgenden Übersicht sind Elemente des Ordnungsrahmens in Organisationen mit und ohne konkrete Social Media Strategie im Vergleich aufgeführt:

Quelle

Interessant ist hier auch vor allem die Differenz zwischen den Organisationen mit und ohne Social Media Strategie. Auffällig ist vor allem, dass gerade personelle Ressourcen im Ist-Zustand, als auch im Plan weit auseinandergehen. Wenig Anklang findet generell die separate Social Media Abteilung in Ogranisationen. Der Index des Social Media Ordnungsrahmens zeigt deutlich auf: lediglich zwei von zehn Organisationen haben entwickelte Governance Strukturen.

Zum Schluss wurde der Status quo betrachtet:

Quelle

 

Somit gibt jede zweite Organisation an, bereits Strategien für die Online-Kommunikation zu besitzen. Deutlich wird in der oberen Abbildung auch, dass bei vielen Organisationen lediglich eine sehr schwache bzw. niedrige Ausprägung der einzelnen Nutzungsmöglichkeiten vorhanden ist.

Abschließend lässt sich somit festhalten, dass besonders Strategien, Guidelines und eine zentrale Organisation von Social Media Aktivitäten unabdingbar ist. Vorrangig sollte aufgrund der Parallelen zu PR- oder Kommunikationsabteilungen dort, oder zumindest mithilfe dieser Abteilung, mit dem Aufbau der Social Media Aktivitäten begonnen werden. Darauf kann nun in Form von Einbindung weiterer Bereiche und Abteilung schließlich ein ganzheitliches Konzept entstehen. Denn nur durch gemeinsame Aktivitäten, welche durch einen Ordnungsrahmen verbunden sind, lassen sich Aktivität und Strategien dahingehend steuern, einen positiven Effekt auf die Etablierung und Nutzung von Social Media in Organisationen zu bewirken.

 

 

Florian Schreckenbach
Aug 24, 2010

Social Networks in Deutschland – alle Zahlen auf einen Blick

Social Media ist aktuell eines der Haupt-Gesprächsthemen. Die Nutzerzahlen von Facebook steigen weiterhin stark an. So liegt laut einer Studie (Stand 31.05.2010) der Penetrationsgrad von Facebook in den USA bei 41%. Der Penetrationsgrad entspricht Anzahl Nutzer zu Bevölkerung. In Deutschland hingegen liegt dieser bei 12%.

Die Intensität der Social Media Nutzung bzw. der Social Networks Nutzung unterscheidet sich also länderspezifisch, im Falle von Facebook USA vs. Deutschland sogar deutlich. So ist es wichtig, die teils so mächtig klingenden Zahlen, für sein Land bzw. seine Region „zu relativieren“, um eine valide Aussage zu erhalten.

Allerdings: So relevant Zahlen sind, so schwer sind sie leider häufig zu finden.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns auf die große Suche begeben. Das Ergebnis: Die Nutzung von Social Networks in Deutschland in Zahlen.

1. Allgemeine Daten

Geschlechterverteilung

[TABLE=2]

Quelle

Update: Leider ist uns bei dieser Tabelle ein Fehler unterlaufen. Bei der oben genannten Geschlechterverteilung handelt es sich nicht um eine deutsche, sondern um eine weltweite Erhebung.
Da wir diesen Zahlen für wichtig erachten und haben wir uns nochmals auf die Suche gemacht. Eine allgemeine Zahl zu der Geschlechterverteilung in Deutschland haben wir nicht gefunden, dafür aber die Geschlechterverteilung nach Social Networks für Deutschland.

[TABLE=15]

Quelle

Affinitätsindex

Gemessen wurde hier der Affinitätsindex. je Kanal/Bundesland (hoch&niedrig)
Die weiteren Kanäle (Schuelervz, etc) sind ebenfalls in der Quelle gelistet.

[TABLE=4]

Quelle

Ohne die direkten Affinitätsindizes zu beachten, lässt sich zusammenfassen: der nördliche Teil Deutschlands ist stark von dem Netzwerk meinVZ geprägt (Thüringen bildet im mitteldeutschen Raum somit eine Ausnahme). Wohingegen der Süden das hier nicht gelistete Netzwerk Lokalisten favorisiert. Der westliche Teil der Republik hingegen nutzt hauptsächlich das Businessnetzwerk XING. Am beliebtesten im östlichen Teil ist das Social Network schueler.cc.

2. Einzelne Kanalbetrachtung

2.1 Facebook

2004 als reine Studentenplattform entwickelt, durchbrach die Social Media Plattform im Juli 2010 weltweit die Nutzergrenze von einer halben Milliarde aktiver Nutzer. Davon entfallen mittlerweile ca. 2 % auf Deutschland.

[TABLE=5]

Facebook-Applikationen

Neben der Verteilung von Geschlecht und Alter, wurde ebenfalls untersucht wie relevant die sogenannten Facebook-Applikationen sind.

[TABLE=6]

Quelle

Sonstige Zahlen

[TABLE=7]

Quelle

2.2 Twitter

Auch der Mikrobloggingdienst Twitter zieht immer mehr User aktiv in seinen Bann.

[TABLE=8]

Nutzung

[TABLE=9]

  • Der Account Name ist jedoch für knapp die Hälfte der Twitterer (45%) ein Produkt ihrer Fantasie.
  • Nur jeder knapp 5. User benutzt seinen echten Namen, wobei wenigstens jeder 3. seinen Benutzeramen wenigstens an seinen realen anlehnt.
  • 23 % der Nutzern ist ein Profilbild wichtig.
  • 23% der Nutzer ist die Anzahl Follower wichtig bis sehr wichtig.
  • Für 51% hingegen ist die Anzahl Follower unwichtig bis sehr unwichtig.
  • Lediglich 6 % nutzen die “Autofollow” Funktion.

Quelle

Sonstige Zahlen

[TABLE=10]

Quelle

2.3 VZ Netzwerke

[TABLE=11]

Geschlechterverteilung

Ohne die einzelnen Verzechnisse separat zu betrachten ist laut der FAZ die Geschlechterverteilung annähernd gleich. Nur wenig überwiegt hier im gesamten der Frauenanteil mit 52 %.

Alterstruktur

Jeder vierte Benutzer ist zwischen 19 und 24 Jahren, die 55+ Fraktion macht jedoch bemerkenswerter Weise auch mittlerweile gute 2,2 Millionen Benutzer aus:

[TABLE=12]

Quelle

2.4 Xing

Gegründet wurde das Business-Netzwerk XING 2003 noch unter dem Namen OpenBC.

Nutzerzahlen

Nach dem Namenswechsel 2006 wuchs die Plattform laut den Geschäftsberichten in Deutschland wie folgt an:
Dez 2006:  ~ 1 Millionen Nutzer
Dez 2007:  ~ 1,73 Millionen Nutzer
Dez 2008:  ~ 2,46 Millionen Nutzer
Dez 2009:  ~ 3,74 Millionen Nutzer

Im August 2010 hat sich die Gesamtanzahl in Deutschland auf 4,1 Millionen erhöht. Weltweit sind zu dem Zeitpunkt 9 Millionen bei Xing registriert.

Altersstruktur

[TABLE=13]

Quelle

Region DACH

Laut Geschäftsbericht des ersten Quartals 2010, stammen 83 % der in DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) lebenden Mitglieder aus der Bundesrepublik.

Gruppen, Termine und Unternehmensprofile

[TABLE=14]

Quelle

2.5 LinkedIn

2003 gegründet, besitzt das Online-Netzwerk LinkedIn laut eigenen Angaben >70 Millionen Mitglieder weltweit.

Seit Anfang 2009 ist es ebenfalls in deutscher Sprache verfügbar und erreichte nach eigenen Angaben im März 2010 die 1 Millionen Nutzergrenze in Deutschland.

Hier geht jedoch die Geschlechterverteilung bisher am deutlichsten auseinander. Die männliche Dominanz liegt bei 71%.

Manuel Koelman
Jun 17, 2010

Unser Gewinnspiel: Der Gewinner steht fest

Unser vor einer Woche gestartetes Embrander-Gewinnspiel zu Kundenservice von Unternehmen hat einen Gewinner gefunden. Wir haben einige schöne Beiträge erhalten und haben schlussendlich das Los entscheiden lassen.

Und der glückliche Gewinner ist ***Trommelwirbel*** „Bibi„. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Buch Delivering Happiness von Tony Hsieh, dem Gründer von Zappos.

Bibi hat den folgenden Beitrag geschrieben:

„Den besten Kundenservice hat für mich Kabel Deutschland, vielleicht fällt das aber auch nur so auf, weil gerade in der Sparte die Mitbewerber, wie die Telekom sehr schlecht sind. Man wird beraten, kann sich jederzeit per Mail, oder Telefon gratis beim Kundenservice melden und das Personal ist da auch noch fähig, ein Anschlusstermin ist schnell gemacht und dann wird einem auch dabei noch jegliche Arbeit abgenommen, dass nenne ich rundum Kundenservice. Selbst wenn mal etwas nicht ok ist wird anstandslos ausgetauscht und geholfen wo es nur geht.“

An dieser Stelle wollen wir uns bei allen Teilnehmern bedanken. Danke für die Beiträge über Twitter, Facebook oder hier im Blog.

Manuel Koelman
Jun 7, 2010

Gewinnspiel: Welches Unternehmen hat den besten Kunden-Service?

Zum Start von unserem neuen Embrander Blog veranstalten wir ein kleines Gewinnspiel. Wir verlosen das Buch „Delivering Happiness – a path to profits, passion, and purpose“ von Tony Hsieh, dem CEO von Zappos. Delivering Happiness: A Path to Profits, Passion, and Purpose Zappos – gestartet als Online-Schuhgeschäft – ist mittlerweile ein sehr erfolgreiches eCommerce Unternehmen aus den USA. Außergewöhnlich bei Zappos ist aber insbesondere die werteorientierte Unternehmenskultur und der Fokus auf außerordentlich guten Kunden-Service. Das Buch beschreibt Auszüge aus der Biographie des CEO Tony Hsieh und die Geschichte des Unternehmens. Hier gibt es eine Rezension des Buches Delivering Happiness.

Wer das Buch gewinnen will muss folgende Frage beantworten:

  • Welches Unternehmen zeichnet sich durch außergewöhnlich guten Kunden-Service aus? Warum?

Aus den Einsendungen werden wir den Gewinner auswählen. Beiträge mit guten Begründungen haben einen Vorteil. Ggf. entscheiden wir per Losverfahren. Jeder Beitrag zählt.

Antworten könnt Ihr auf unserer Fanpage, über Twitter oder hier auf dem Blog in den Kommentaren. Bitte vergesst nicht auf Twitter @embrander in Eure Nachricht mit aufzunehmen.

Einsendeschluss ist Montag, der 14.06. um 12h. Viel Glück!

Manuel Koelman
Jun 2, 2010

Gerade gestartet, der embrander Blog

Nach dem erfolgreichen Launch von embrander.de geht jetzt unser embrander-Blog an den Start. Auf diesem Blog werden wir regelmäßig zu Themen rund um Employer Branding und Social Media berichten.

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Social Media Personalmarketing Studie 2018

Social Media Personalmarketing Studie 2017 _Download

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