Florian Schreckenbach
Jul 15, 2013

Social Media: Interne Kommunikation im Wandel und die Auswirkungen auf die Personalabteilung

Hinweis: Dieser Artikel ist im ADP Personalmanager als Erstveröffentlichung erschienen.

 

Dank Social Media kann eine stimmige Botschaft mehr Menschen erreichen als allein über klassische Informationskanäle. Als Dialog-Kanal kann Social Media dazu beitragen, ein Unternehmen menschlicher zu machen und eine Kommunikation auf Augenhöhe zu schaffen. Auf den Umgang mit Social Media einstellen und vorbereiten sollten sich in einem Unternehmen alle Funktionen mit Außenkontakt – also zum Beispiel die Personalabteilung, das Marketing, die PR-Abteilung und der Vertrieb. Dabei ist eine Trennung von Social-Media-Aktivitäten nur theoretisch möglich. Praktisch beeinflussen sie sich gegenseitig. Vor allem muss Social Media authentisch kommuniziert werden, wenn es wirkungsvoll sein soll. Es reicht also nicht, wenn allein Führungskräfte oder dafür vorgesehen Abteilungen die Kommunikation übernehmen. Nur eine Kommunikation über Mitarbeiter schafft die gewünschte Authentizität (vgl. Social Media Personalmarketing Studie).

Es ist kaum möglich, diese neue Art der Kommunikation nur in der externen Kommunikation und nicht auch in der internen Kommunikation zu leben. Folglich verändert sich mit der (externen) Nutzung von Social Media die Unternehmenskultur zunehmend hin zu einer offeneren Kommunikation und flexibleren Kollaboration. Die Nutzung von Social Media sollte daher zur Strategie des Unternehmens passen.

Aber auch wenn sich ein Unternehmen gegen die Nutzung von Social Media entscheidet: Von der kulturellen Entwicklung durch Social Media ist es trotzdem betroffen. Denn laut einer aktuellen Umfrage von Kelly Services ist knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer während der Arbeitszeit in sozialen Netzwerken aktiv. Unabhängig davon, ob Social Media beruflich vom Arbeitgeber genutzt wird.

Allerdings glauben 50 Prozent der Befragten auch, dass durch die Nutzung von Social Media die Arbeitsqualität leidet. Ebenfalls besagt eine Produktivitäts-Studie der Proudfoot Company, in Deutschland werde an zwei von fünf Tagen unproduktiv gearbeitet. Sollte die verbreite Nutzung von Social Media mit der Unproduktivität zusammenhängen? Wäre es dann nicht sinnvoll, die private Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz generell zu verbieten.

Hierbei sollte bedacht werden: Wer keine Lust hat zu arbeiten, findet auch andere Möglichkeiten als Social Media, um dieser Unlust nachzugehen: Im Internet surfen, PC-Spiele, lange Zigaretten- oder Kaffeepausen. Verbote können da immer nur die Symptome, nicht aber die Ursachen bekämpfen.

Und die Gründe der Unproduktivität sind laut Proudfoot-Studie mangelnde interne Kommunikation, administrative Arbeiten und der geringe Veränderungswille bei Change-Programmen. Die Frage muss also lauten: Wie schaffen es Unternehmen – besonders vor dem Hintergrund der stark steigenden Social Media-Verbreitung – gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, produktiv zu arbeiten? Eine Veränderung ist gefragt.

Es gibt viele Antworten auf diese Frage. Aber es gibt vor allem eine Antwort, die für viele Unternehmen interessant ist. Enterprise 2.0: Die unternehmensinterne Nutzung von Social Media zur Kommunikation und Kollaboration. Das kann zum Beispiel die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten sein, aber auch Unternehmens-Wikis oder interne Blogs.

Laut einer von uns durchgeführten Fallstudienanalyse werden durch Enterprise 2.0 die Gründe der Unproduktivität identifiziert. Die wesentlichen Vorteile sind ein offenerer Informationszugang, weniger Meetings, weniger Abstimmungsschleifen und schnellere Prozessanpassungen. Zwar werden Hierarchien nicht ausgehebelt. Aber die hierarchie- und abteilungsübergreifende Kommunikation wird erleichtert.

Enterprise 2.0 ist ein kulturelles Thema. Die Einführung ist daher nicht durch die Bereitstellung der entsprechenden Tools erledigt. Der kulturelle Wandel muss von der Geschäftsführung zwingend gewollt sein und von den Führungskräften vorgelebt werden. Die gewünschte Kultur muss Teil des täglichen Arbeitens werden.

Die Personalabteilung kümmert sich um die Entwicklung und Befähigung des gesamten Personals. Dies darf aber nicht nur als eine Förderung der Mitarbeiter verstanden werden. Die beabsichtigte persönliche Weiterentwicklung muss im Sinne des positiven Effektes für das Unternehmen auch eingefordert werden. Hierbei ist die Personalabteilung gleich in doppelter Hinsicht gefragt: Als Kulturmanager, um den kulturellen Veränderungsprozess zu begleiten, und als Produktivitätsmanager, um den Input (der Personalentwicklung) und (un)mittelbaren Output für das Unternehmen nachzufassen. Dies stellt sicher, dass es einen klaren Verantwortlichen für die Unternehmenskultur gibt, der für viele Unternehmen eines der Aushängeschilder ist.

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Social Media Personalmarketing Studie 2016

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